Packender Thriller für kalte Tage
Charlotte Link hat einmal mehr alle Register gezogen. Spannung, authentische Protagonisten, allen voran, die schon mehrmals ermittelnde Kate Linville, ein Killer, unschuldige Opfer und im ganzen verwoben eine in sich sehr schlüssige Story. Absolut lesenswert und packend. Soweit ein ganz kurzer Abriß, der die über 600 Seiten Spannung nur unzureichend beschreibt.
Kate Linville unternimmt nach dem Tod ihres einstigen Kollegen Caleb Hale wieder einen Versuch ihr Leben zu ordnen. Ihr Leben ist alles andere als in ruhigen Bahnen, hinzu kommt ein ungeklärter Kindermord aus vergangenen Zeiten (bzw. einem vergangenen Charlotte Link Buch) und eine aktuelle Vermisstenmeldung, die zunächst harmlos anmutet. Link skizziert nicht nur glaubhaft die verschiedenen Storys bzw. Lebenssituationen der handelnden Charaktere, sie verwebt die einzelnen Personen zu einem äußerst lesenswerten Pageturner. Kommissar Andrew, mit einer bewegendenden Vergangenheit, wird als ermittelnder Partner Teil des Falles. Die perfekte Gattin Julia und ihr erfolgreicher Mann William spielen zunächst überhaupt keine Rolle und werden schließlich rein zufällig zu zentralen Figuren der Story, die ebenso auch vom etwas seltsamen „Peter“ maßgeblich mit beeinflusst wird.
Während in den kalten, stürmischen Januartagen das Wetter Kapriolen schlägt, nimmt die Handlung Fahrt auf. Junge Frauen verschwinden, die Fälle scheinen keinerlei Gemeinsamkeiten aufzuweisen und doch wittert Kate Linville eine Fährte. Die Kapitel wechseln in Ort und Person und nach und nach ergibt sich ein Bild, ein Muster, ein Verdacht, doch man ahnt nicht, dass sowohl der Kindermörder von damals als auch die Ehe von Kate und William eine Story in der Story sind. Viel zu früh scheint das Buch eine Lösung zu bieten, die jedoch völlig neue Fragen aufwirft. Wo sind die verschwundenen Frauen, wie kann man im winterlichen Hochmoor überleben und wer hat aus welchen Gründen überhaupt ein Motiv? Spannung pur.
Fazit: das Problem bei solch fesselnden Büchern ist immer das gleiche: man mag sie nicht aus der Hand legen, auf der anderen Seite will man gar nicht so schnell zu Ende lesen. „Kalte Tage“ ist so ein Buch. Es hält einen gefangen, es macht die „Darsteller“ lebendig und glaubhaft, es verstrickt verschiedene Handlungstränge zu einer packenden und fesselnden aber vor allem mehrschichtigen Story, die daher eben sogar mehr als nur ein einziges cooles Ende bietet. Lesenswert und perfekte Unterhaltung für „kalte Tage“. 5*****
*** (c) udomittendrin.de / Okt.26 ***
