die unbequeme wahrheit

Gabor Steingart spricht sie aus.

Die unbequeme Wahrheit ist, das verrät uns gleich das Adjektiv, unbequem. Sagt auch der Buchtitel, umso notwendiger ist es sie zu lesen, sagt der Rezensent. Ich möchte Dich, lieber interessierter Leser, ebenso wie Gabor Steingart es tut, dazu animieren nachzulesen, nachzudenken, nachzuspüren. Die nachfolgende Rezension ist daher in Tonalität und Sprache ganz im Steingart Stil gehalten.

Lieber Gabor Steingart, entschuldige, dass ich mir Dein Buch zur Hand nehme und es inhaltlich bespreche. Doch es scheint mir, wir sollten wissen, was Du uns zu sagen hast, zur Flüchtlingskrise, zur zweiten Welle, zur Ökonomie im allgemeinen. Es erscheint mir wichtig herauszuarbeiten, dass Du nicht nur akribisch und vor allem sehr gekonnt sachlich und sprachlich ebenso präzise wie kompetent analytisch die aktuelle Weltenlage sezierst. Es ist in meinen Augen bewundernswert, wie Du dem Leser die rhetorische Fürsorglichkeit der politischen Elite ersparst, derweil es Dir aber gelingt, Seite für Seite messerscharf wie kurzweilig die Situation, in der wir uns befinden, zu analysieren. Wenngleich es eine unbequeme, aber zu keinem Zeitpunkt unverständliche Wahrheitsanalyse ist.

Du bist schonungslos, aber keine Sekunde hoffnungslos. Du erklärst uns, was der Historiker Christian Meier das „Verschwinden der Gegenwart“ nannte, um uns ein paar Zeilen weiter schon wieder wissen zu lassen, dass Europa orientierungslos wie ein Schiff im Weltmeer treibt, dessen Anker sich im Sturm losgerissen hat. Du lässt uns nicht im ungewissen.

Keine Wahrheit ist Dir zu schade, sie nicht auszusprechen, kein Fauxpas der Herrschenden, der von Dir nicht offengelegt wird. Du sprichst Klartext. Reintext. Bist so wunderbar lesbar, dass es manchmal erschreckend ist und man sich gleichermaßen wundert: hat das denn noch keiner gemerkt.

Wir werden mit Deiner Hilfe zu teilnehmenden Beobachtern eines großen Maskenballs: die Profis für Zukunft sehen zuweilen aus wie Kinder, während die Profis der Gegenwart sich ziemlich kindisch benehmen. Du erklärst warum.

Du lieferst nicht nur erschreckende Corona Wahrheiten sondern gehst auch mit der Klimadebatte hart wir ernsthaft ins Gericht. Jeder Buchstabe, jedes Wort ist nicht nur schwarz gedruckt, sondern treffsicher mittig schwarz. Deine Aussagen zum gegenwärtigen Umbruch in unserem Zeitalter, dass die Landwirtschaft längst hinter sich gelassen hat und sich gerade mal mit dem letzten kleinen Finger an den Strohhalm der Industrialisierung klammert, werden von Dir Bit für Bit klar und präzise mit digitaler Genauigkeit vermittelt. Es könnten einem Angst und Bang werden beim Lesen. Nein, Du schreibst nicht angstvoll bangend, im Gegenteil, Du legst offen, hoffend, Du erklärst, vermittelst und zeigst neue Wege auf. Du sagt mir, dem Leser, dass ich ein Stück vom Kuchen bekomme, verrätst mir aber auch, wem die Bäckerei gehört und wo das wirklich große Brot der Zukunft gebacken wird. All das zu erkennen, all das wortgewandt und in äußerst lesenswerte Form zu packen, ist hochwertigste journalistische Arbeit, für die ich mich bei Dir, lieber Autor, Gabor Steingart aufs herzlichste bedanken möchte. Es sei erlaubt darauf hinzuweisen, dass ich bereits seit Monaten treuer Leser Deines täglichen Steingarts Morning Briefing bin – Pflichtlektüre für jeden Interessierten, der unabhängige Meinungsbildung schätzt.

Dein Buch war mich eine Quell der Inspiration, ein Weckruf in der Corona Debatte, ein kleiner Leuchtturm auf der aktuell hohen politischen See bei unsicherer Wetterlage. Dein Buch ist eine Aufklärung in verklemmten Zeiten, ein „streifenfrei-Fenstertuch“ für die fettig-schmierige Polit- und Ökonomie-Scheibe, die proprio adesso nur sehr schwer zu durchschauen ist. Dein Buch ist unbequem, aber wahr. Danke dafür, ich werde es nochmal lesen.

Das Buch gibt es hier.

*** (c) Udo Kewitsch, Okt.20 ***

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