Deep Purple

Deep Purple rocken das Olypmpiastadion

49 Jahre Bühnenpräsenz

Zugegeben, das Zitat stammt aus einer anderen Quelle (Ian Anderson von Jethro Tull) – findet aber besonders im Kontext mit „Deep Purple“ eine passende Anwendung: „too old to rock n roll, to young to die.“ Zu alt für Rock´n Roll, zu jung zum sterben. Sollte man meinen, wenn man die älteren Herren der Formation Deep Purple (neueste Schreibweise: Deep ?urp!e) ins Münchner Olympiastadion einmarschieren sieht. Mitnichten. Im Vorprogramm mischte im übrigen die Rival Sons bereits gehörig auf, wenngleich der Sänger Jay Buchanan einen etwas „ferngesteuerten“ Eindruck machte, so gab es hier was feines auf die Ohren.

Zurück zu Deep Purple. Allen voran Ian Gillan, stimmgewaltig, prägt das Bild der Band. Die Haare altersgerecht, auch ist er nicht mehr barfüßig wie einst unterwegs, doch rocken kann er noch, auch wenn er zeitweise erfolglos gegen die laute Gitarre von Steve Morse (seit ´94 bei Deep Purple) ankämpft. Roger Glover, charismatisch und cool am Bass. Diese Trio, Gillan/Morse/Glover, ist die eigentliche Show, Drum Ian Paice und Keyboarder Don Airey halten sich dezent im Hintergrund – wobei die lichtspektakuläre Drummer-Show – völlig abgedunkelt verfolgt man die lichtilluminierten, fliegenden Drumsticks – davon ausgenommen ist. 

Die Band stürmt mit dem Hit „Highway Star“ die gut besetzte Olympiahalle (ein Drittel der Halle wird von einem Vorhang verhüllt) und schmettert was die Lautsprecher hergeben. Sie schmettern in den nächsten 90 Minuten munter weiter, doch wer ausschließlich den alten 70iger Deep Purple Sound erwartete, wurde enttäuscht. Neue Songs und ordentliche Lautstärke ließen manchmal die altbekannte Qualität etwas in den Hintergrund treten.

Das jedoch war vergessen, als der gute alte Gassenhauer „Smoke on the water“ vom Publikum frenetisch gefeiert und episch in die Länge gezogen wurde. Das ansonsten recht sololastige Konzert (Ian Gillan nahm sich abseits der Bühne immer wieder mal eine Auszeit) wurde spätestens bei dieser Nummer wieder zu einer klaren Ansage: „We are not to old to rock´n roll“.

*** © Udo Kewitsch, 07.12.15 / Zeichen 2093 / Zeilen 32 ***

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