Das etwas andere Buch
Musik. Musik verbindet Menschen (ebenso wie Sport, aber darum geht es hier nicht). Musik gelingt über Grenzen hinweg Einigkeit und Harmonie zu schaffen. Musik besteht aus trivial wenig Noten und ist doch so unendlich facettenreich wie die Geschmäcker der gut 6 Millarden (oder sind es mutmaßlich gar 8?) Menschen, die sie hören.
Michael Faber, ausweislich des vorliegenden Buches, ist sicherlich ein Kenner des Überbegriffs „Musik“ und er hat es sich zur Aufgabe gemacht mit diesem Band nicht eine (weitere) Erzählung über die Band X oder die Musikrichtung Y zu wiederholen, sondern einen ganz anderen Ansatz, wie ich meine durchaus spannenden, Ansatz gewählt. Er geht, trotz seines Tinnitus, der Frage nach: wer hört wie warum was? Dies geschieht zum Teil mit durchaus wissenschaftlichem Ehrgeiz ist aber auch nicht frei von subjektiver Interpretation.
Faber kennt sie (scheinbar) alle. Die Genres, die Hits, die Quellen, den Ursprung selbiger und er verrät uns, welche Menschen aus welchen Gründen wie durch Musik sozialisiert werden (oder eben auch nicht).
Er verschweigt nicht die Gute Kunst von Schlechten Menschen und erzählt von Ladenhütern aus der Grabbelkiste. Kurzum: er holt weit, weit aus. Das ist nicht immer leicht und locker flüssig zu lesen, erhellend und erklärend ist es allemal. Ob es im Sinne von schwarz/weiß in „richtig/falsch“ eingeteilt werden kann, mag ich zu bezweifeln. Aber immerhin stammt es aus berufener Feder: Faber ist preisgekrönter Romanautor und nun wirklich auch nachweislich jemand der das Thema Musik wahrhaft über alle Frequenzgänge hinweg recherchiert und verinnerlicht hat.
Fazit: ein etwas anderes, aber nicht minder uninteressantes Buch. Kurzweilig weniger, dafür aber als „ich les jetzt mal weiter“ ein längerer Begleiter für ruhige Abende, während im Hintergrund …. ja, was eigentlich?, leise untermalend spielt. Ehrlich ist er allemal, denn er verrät gleich zu Beginn:
„Und bei dieser Gelegenheit sollte ich besser reinen Tisch machen
und zugeben, dass ich dieses Buch letztlich nur für mich geschrie-
ben habe. Musik ist meine älteste Liebe – und Hör zu! das Buch,
das ich mein ganzes Leben lang schreiben wollte“
Kurzum: Musik für all jene die eine Verbindung zu selbiger empfinden und sich schon lange einmal einen Erklärversuch zu den Tiefen dieser Empfindung gewünscht haben. Auch ein Buch, welches hier bei udomittendrin.de einen festen Platz findet, denn die Frage sei erlaubt: ist Musik nicht etwas wunderbares?. 4****
*** (c) udomittendrin.de / Okt26 ***

Drum darf auch ein Foto zur Musik nicht fehlen, ein stilles, aber mächtiges, eines dass, obwohl es so leise ist, so viel sagt:

oder auch gerne ein ganz lautes emontionales …. wobei Musik ist immer emotional, laut geht auch leise, isnt it?
