spannender Kriminalfall der Nachkriegszeit 1918/19
Im Grunde stehen drei Liebesgeschichten im Zentrum des gut lesbaren Romans von Susanne Goga. Eine geheime Liebschaft, die niemand wissen darf, eine Liebe, die nicht zu Ende geliebt werden durfte und das Band der Geschwisterliebe, welches die Autorin warm und herzlich dem Leser vermittelt. Doch nicht nur die Hauptfiguren Thora und ihr Bruder Hannes bilden den Kern der lebendig erzählten Geschichte. Ein zurückliegender Mord, ein aktueller Mord und damit einhergehend ein schnell gefundener Verdächtigter und die zu klärende Frage: war er es, was offensichtlich scheint?
Susanne Goga erzählt ausführlich, sie schildert die Liebe Thoras zur Schauspielkunst, sie skizziert sehr fein das Bruder/SchwesterVerhältnis und gibt auch dem Umfeld einen Raum. Die Eltern spielen etwas im Hintergrund, sind aber präsent. Die Umstände der Nachkriegszeit, kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs wird dem Leser einfühlsam vermittelt. Immer, wenn ich mich als Leser glaubte etwas zu lange an einem Erzählstrang aufgehalten zu haben, schlägt Goga einen kleinen „Haken“ und gibt der Story immer wieder einen neuen Schwung – so wird es, auch wenn die Handlung weder reißerisch, noch sonderlich kriminell anmutet, niemals langweilig. Man folgt Thora auf ihrer Suche nach Recht und Glück. Man zweifelt an der Darstellung von Hannes, man verfolgt die Entwicklung, mitunter auch im Rückblick … und findet mit jeder Seite immer tiefer Zugang zu dieser doch leichten Erzählung.
Auch die Kriegshandlungen finden Erwähnung und, auch wenn es sich um einen Roman mit zum Teil real existierenden historischen Personen handelt, ertappt sich dabei nicht im geringsten zu zweifeln. Authentisch erzählt, glaubhaft geschildert .. und dennoch braucht auch Thora am Ende etwas Glück um in Sachen Mordfall Leuchtenberg die Klärung herbeizuführen.
Fazit: ein schönes, leichtes Buch, dennoch spannend genug und mit einer Prise Geschichtsunterricht allemal wirklich lesenswert. ****

*** (c) udomittendrin.de, Jan26 ***