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Blues Night in Garching

Tscheky & the Blues Kings geben der Blues Night Schwung

Hauptact Bernard Allison und Edwin Kimmler

Die Siegsdorfer Band Tscheky & Blueskings hat den Sprung geschafft. Vergangenen Donnerstag in der Abendschau des Bayrischen Rundfunks ein Live Auftritt mit Interview. Der Kartenverkauf für die Blues Night in Garching zog in der Folge spürbar an. Fernsehen hat einfach eine Strahlwirkung im Wortsinn. Strahlend dann auch Tscheky bei der Eröffnung zur Blues Night. Angekündigt waren darüber hinaus Edwin Kimmler, der in diesem Jahr sein 45jähriges Bühnenjubiläum feiert und der Superstar aus Amerika Bernard Allison, der jüngste Spross der Blues Legende Luther Allison.

Zehn Jahre ist es her, dass Michael Sedlatschek eines seiner ersten Konzert im zarten Alter von 15 Jahren im Siegsdorf Senses gab (Traunsteiner Tagblatt berichtete). Schon im Dezember 2013 stand dort geschrieben: „Kein Solo ist ihm zu schwer, keine Führungsarbeit scheut er, nein, er greift den Faden auf, treibt die Band voran, improvisiert und baut die Riffs gekonnt in die Songs, die zum Großteil weit vor seiner Geburt entstanden sind, professionell ein.“ Diese hohe Kunst hat er beibehalten, ausgebaut, verfeinert und sich auch einen coolen Anstrich verliehen. Die Jungs sind gereift, die zaghaft Schülerband gehört längst der Vergangenheit an. Souverän eröffnen sie mit den Songs „Earthbound“ und dem flehenden „Talk to me Baby“. Christoph Voggesser an der Gitarre hat seinen authentischen Stil gefunden und geleitet Frontmann Tscheky unentbehrlich. Markus Rehrl am Bass ist so unaufgeregt wie Bassisten eben sind, aber auch er reiht sich nahtlos in das Quintett ein. Andreas Schatz am Piano darf in einer Blues Band nicht fehlen und, auch wenn es nur ein kleines Solo gab, Elisa Le Suire an den Drums macht die Band zu einer Einheit. „Blue on Back“ sowie „Pride an Joy“ gingen einem fulminaten „LA Boogie“ (Eigenkomposition von Andi Schatz) voraus. Das Publikum war begeistert, die Jungs haben den schönen Garchinger Saal angeheizt – somit war die Zugabe (Life by the Drop) obligat und ebenso ein Genuss wie der gesamt Auftritt von Tscheky & the Blueskings. Geschliffen und perfekt präsentierte sich die jungen Herren – der nächste Auftritt findet in der Schweiz, sowie im Magzin3 (Reichenhall) sowie schließlich am 28.12. in der Thearterfabrik Traunreut statt – wir werden nicht das letzte Mal etwas über die Blueskings gelesen haben.


Edwin Kimmler dürfte den meisten ein Begriff sein. 45 Jahre gewaltige Präsenz auf der Bühne, so auch an diesem Abend. Sein Solo Auftritt war vielschichtig und äußerst unterhaltsam. Einerlei ob Gitarre, Mundharmonika, stampfend mit den Füßen oder virtuos mit den Fingern am Piano den Boogie Woogie zelebrierend. Der Mann ist Entertainer, wenngleich einer der sich selbst nicht so wichtig nimmt, was ihn umso sympathischer macht. Kimmler spielt, juxt, dröhnt, röhrt und treibt die Tasten am Klavier zum Wahnsinn. Er holt das Publikum von den Sitzen, er verspricht den legendären Song „Fever“ so erotisch wie möglich zu gestalten, was ihm mit Bravour gelingen sollte. Kimmler der sich alles selbst beigebracht hat stand schon über 3000x auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Soul, Blues, Rock ´n Roll aber auch der Boogie finden bei ihm eine eigene Interpretin und es ist eine reine Freude ihn live zu erleben. Die nächste Gelegenheit ist am 13. Dezember auf dem Tollwood Festival in München.


Last but not least wäre da noch eingangs erwähnte Bernard Allison, der eingefleischten Blues Fans sicherlich ein Begriff ist. Sein Debüt gab er 1990, fortan stürmte er die Blues Charts und ist mittlerweile preisgekrönt. Seine Band ist amerikanisch cool, Eric Roberts am Keyboard ist ein Energiebündel mit Tastenphantasien vor dem Herrn. Der Bassist George Moye das eklatante Gegenteil – cool und in sich ruhend, als gäbe es keinen Rhythmus, den er doch selbst so wunderbar darbietet. Der Mario Dawson an den Drums groovt mit Perfektion. Bernard selbst ist schwer zu greifen, scheint er doch in sich und seine Gitarre versunken. Die Riffs kommen souverän und er holt aus seinen sechs Saiten Töne aus einer anderen Galaxie. 
Alles in allem ein toller Abend in feinem Ambiente mit einer Top Besetzung, allen voran der frischen Jugend aus Siegsdorf. Gerne wieder.


(c) Udo Kewitsch, 12.11.23

Kleiner Blick zurück

seinerzeit Dez2013 … die Jungs haben sich entwickelt, in jeder Hinsicht ! Chapeau !

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