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Gimme a Bullet rockt das Alte Bad

Big Bang in Unterwössen

Die Glocke schwebt über der Bühne, die Marshall Verstärker stehen unter Strom. Das Publikum, über fünfhundert(!) begeisterte Gäste sollte es an diesem Abend sein, ebenfalls. Rock´n Roll liegt in der Luft, wabbert durchs gedämpfte Licht, dass der Veranstalter poob Entertainment

sorgfältig ausgewählt hat. Chris Zeller (48), der Frontmann der AC/DC Cover Band „Gimme a Bullet“ betritt als letzter die Bühne, während seine Jungs mit „Back in Black“ den Auftakt zu einem wirklich hervorragenden Rockkonzert anspielen. Es gibt kein Warm Up bei einem AC/DC (Cover) Konzert … es gibt nur einen Zustand: Vollgas, reine Energie, Starkstrom – freigesetzt über die sensationellen Gitarrenriffs von der Angus Young Kopie die Flo Schmid (25!) aus Teisendorf so wunderbar authentisch ausfüllt.  Auch der Leadsänger Brian Johnson (seit 1980 Sänger von AC/DC) sollte seine Kopie mal kennenlernen: Chris Zeller aus Siegsdorf kommt stimmlich ganz, ganz nah ran … wer die Augen schließt und sich dem perfekten Sound der Gimme a Bullets hingibt hätte keine Probleme sich live bzw. virtuell in ein AC/DC Stadion zu streamen. So geht Rock´n Roll. Live, laut, kraftvoll und mitreißend. Der Sound von Raffael Pothast am Mischpult ist perfekt ausgesteuert. 

„Hell aint a bad place to be“ der zweite Kracher, gefolgt von „Sin City“ und den „Shot down flames“. Ein Song jagt den anderen, keiner ist schlechter als sein Vorgänger, im Gegenteil, die Halle kommt in Wallung, die vorderen Reihen skandieren den Wacken Gruß (Zeigerfinger / kleiner Finger bei geschlossener Hand in den Himmel) und betreiben eifrig Headbanging (eine besonders intensive Art des Kopfwackelns und Haareschleudern). Einundzwanzig Songs stehen auf der Setliste und alle sind ein Tribut an die berühmte Band aus Australien. Chris Zeller am Mikro in seinem Element, einem Tiger gleich, treibt er ruhelos über die gesamt Bühne und peitscht das Publikum mit seiner AC/DC Stimme nach vorne. Flo Schmid ebenso rastlos und in extasischer Spiellaune zelebriert seine Gitarre und mimt immer wieder mal den legendäre Duckwalk von Angus Young. Als sensationell darf der Einstieg von Lukas Schauer (19 Jahre jung !!) beschrieben werden. Vor drei (!) Wochen stieg er in die Band ein und lieferte ein begnadetes Debüt ab. Chapeau Junior. Helmut Ertl am Bass scheinbar unauffällig, aber unentbehrlich, nahtlos schwimmt er im AC/DC Strom mit und liefert wertvolle Bassbeats. Perfekt. Der letzte im Bunde ist Hans Schauer an der Rhythmus Gitarre. Charismatisch und ebenso treibend wie seine Kollegen kommt er auch immer wieder mal nach vorne ans Mikro. Eine Band aus einem Guss. Ein Konzert wie ein Pulverfass. „The Jack“, „Hell Bells“ und natürlich „Whole Lotta Rosie“ zum Schluss, bevor euphorisierte AlteBad-Besucher Zugabe schreien. Diese sollte komme und nicht weniger als vier weitere Songs gab es nochmals zum Besten. Die positive Energie des Abends war auf der Bühne zu spüren. Die Glücksgefühle der Band zum greifen nah. Der Happiness Score bei Chris Zeller im obersten Bereich. „Ich muss zusehen, dass ich von dieser Welle bis Montag wieder runterkomme“ … gesteht er mir am Tag nach dem Konzert … immer noch glückselig.

„Highway to hell“ einer der wohl bekanntesten Gassenhauer und „TNT“ sorgten für Gesangschöre im Alten Bad. Die Glocke an der Decke schien zu schwingen, die Verstärker wummerten unbeeindruckt aber mit ganzer Kraft. „For those about to rock“ war dann wohl auch thematisch ein perfekter Abschluss eines perfekten Konzerts. „Gimme a bullet“ …. es gibt Kopien, die haben es in sich, nach über 23 Jahren Herzblut und Leidenschaft kommen sie immer näher ans Original. Nächster Auftritt ist am 12. Januar im Rockhouse in Salzburg. Die Glocke wird wieder ganz oben hängen.

(c) Udo Kewitsch, 26.11.23

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