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Keller Steff Big Band

im Weinmüller

Keller Steff Big Band Sound im Weinmüller

Weltpremiere in Siegsdorf

Weltpremiere und vielleicht auch ein kleiner Weltrekord in Siegsdorf! Kein Witz, keine Zeitungsente, was folgt ist nicht nur wahr, sondern ein Superlativ im dreifachen Sinne: a) die Keller Steff Big Band ist die vielleicht kleinste Big Band der Welt, b) erstmals in über sieben Jahren Weinmüller gab es ein Konzert am Ruhetag und last but not least d) die Keller Steff BIG Band feierte ihre Feuertaufe vor heimischen Publikum. Ohren auf. „Pack mas“ pflegt der Steff zu sagen.

Die kleine Bühne forderte ihr erstes Opfer: „sie“ wie Gerhard Zimmermann seinen Kontrobass liebevoll nennt musste weichen, ersetzt wurde das markante Instrument durch einen scheinbaren „Mini“Bass. Ansonsten fanden alle sieben Akteure samt Trompete, Horn, Saxophon, Altsaxophon, Gitarre, Schlagzeug und Orgel irgendwie einen Platz auf engstem Raum. Apropos „engster“ Raum, das Weinmüller war einmal mehr rappe voll. Ohne Vorankündigung, keine Facebook-Werbung: nichts dergleichen, trotzdem alle fanden den Weg nach Siegsdorf.

Keller Steff, gewohnt schelmisch und rustikal, eröffnet temporeich. Was nun folgte, war die Symbiose aus dem altbekannten rockig-folklorigen-bayrischen Liedgut alá Keller und einer soulig druckvollen Untermalung mit bestem Bläser Sound alá „Max Greger“. Rick Blain (berühmt durch den Eastside Express), Philipp Treichel (der Booze Club Mann), Peter Lechner (bekannt aus Sauerkirsch) dampfen nach vorn, das man sich wundert, warum die Scheiben diesem Druck standhalten.

Erfahrene Keller Steff Fans hielten einen Moment inne, als der Bläser Sound das Ohr erreichte, doch was wie ein schräges Experiment klingt und 5 Jahre Ideenreife hinter sich hat, nistete sich harmonisch ein, passte, ließ zucken.

Geboten wurden alte Hits von der „Da Zeckn“ bis zum „Magic“ oder der Mitmacher-Song „ChickenWingBudeKing“ oder „Narrisch“ und der Ohrwurm „Kaibiziagn“ aber auch vier brandneue Songs. Weltpremiere eben.

Allen voran die Komposition „Es brennt“ – ein Keller Kracher vom feinsten, durch Sax und Trompete perfekt in Szene gesetzt, stampfte das Weinmüller an diesem Abend gleich zweimal durch den Ofen – „Es brennt“, es brannte lichterloh, es war ein Fest. Das ein Keller Steff auch kabarettistisches Talent hat, bewies er auch in dieser langen Nacht. Selbstironisch, frotzelnd, geschwätzig, fabulierend und improvisierend gab er seine launigen Anekdoten zum Besten und hatte sichtlich seinen authentischen Spaß dabei. Seine Mannen Franz Gries (Gitarre) und Chris Stöger an den Drums rundeten das Arrangement äußerst stimmig ab. Eigenständige saubere Musik, die nunmehr durch deutsche Landen von Berlin bis Übersee (Chiemsee Summer) touren wird und gute-Laune Virus verbreiten wird.

Die Tatsache, dass es sich bei dieser „Weltpremiere“ zu alledem auch noch um eine Benefiz Konzert zugunsten der Lebenshilfe handelte, zeigte einmal mehr, das man mit einem Sound, der in diesem Sommer alle Bierzelte in Deutschland zerlegen wird, auch noch Gutes tun kann. Sauba sog i. Pack mas.

*** © Udo Kewitsch, 05.05. einst … als noch alles gut war ! Zeichen 3029, Zeilen 48   ***

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