Traditionen bewahren – Stars erleben – einmal mehr Olympiahalle Muc
Alle Jahre wieder heißt es zum Jahresende: Welcome to the Show – Night of the Proms. Auch 2025 wurde eingeladen und es wurde zelebriert. Veranstalter Michael Kumert übergibt nach über 30 Jahren die Staffelstab an seinen Nachfolger, der mit dieser Veranstaltungen das bisher immer äußerst hohe Niveau beibehielt. Wow – was für eine Show. Eine Show, die in diesem Jahr zudem ihr vierzigjähriges Jubiläum (davon 31 Jahre in Deutschland !!) feiert. Eine Hammer Show. Jedes Jahr wieder. Doch der Reihe nach.
Das Konzept ist in gewisser Weise einzigartig. Man nehme ein Orchester, eine famose Dirigentin und lade im steten Wechsel Stars aus unterschiedlichen Stilrichtungen ein. Alles zusammen ein bunter Mix aus Klassik, Rock und Pop. Aus Balladen, aus Schlagern, aus Hits und last but not least natürlich aus wundervollen klassischen Nummern (und das sage ich als bekennender non-Klassik-Hörer).
Ein Stammgast über viele, viele Jahre hinweg war John Miles, der immer das Finale der Show mit seinem Hit „Music“ einleitete … auch in diesem Jahr wurde dieser Song präsentiert, diesmal von Vanessa Amorosi, und „nach oben geschickt“ … John hat sicher applaudiert. In den Jahren zuvor gaben sich zahlreiche Stars das Mikro in die Hand. Anastasia, Toto, Simple Minds, Beach Boys, Eurythmics.und und und …
… und in diesem Jahr wusste Frauen Power zu überzeugen: Joss Stone, Vanessa Amorosi, aber auch Michael Schulte, Safri Duo und Midge Ure (Ultravox) und keinem geringerem als Alice Cooper, der es immer noch versteht die Olympiahalle in seinen Bann zu ziehen. Klasse.
APO – Antwerp Philharmonic Orchester
Das Orchester ist grandios und fester Bestandteil jeder NOP Show. Unter der Leitung der charismatischen Alexandra Arrieche zelebrieren die eine Mischung aus Präzision und Spielfreude. Egal ob sinfonische Eleganz oder pulverisierende Rock-Hymnen … dieses Orchester ist pure Energie und Tiefe und natürlich auch ein Lottogewinn für die Solokünstler, die selten vor solch einem Background ihre Hits präsentieren können.
Danke Apo, danke Alexandra …. good job. very good job.

Joss Stone / Vanessa Amorosi
Zweimal Frauenpower. 2x Vollgas. Zuerst jeweils solo, im zweiten Set dann auch als fulminantes Duo, wussten die Damen mehr als zu begeistern. Wow. Was für eine Welle. Joss ist erwachsener geworden, dennoch bleibt sie sich treu. Barfüssig im Abendkleid zelebriert sie ihre Hits „Right to be wrong“ oder auch das herrliche „You had me“. Die Stimme klar und kraftvoll, der Sound sowieso über jeden Zweifel erhaben. Eine Bank, eine Ohren- und – mit Verlaub – auch eine Augenweide.

Vanessa, aus Australien eingeflogen spielt mit „Light my fire“ und ihrem „Absolutely Everybody“ schon ganz ob in der Chart Luft, wenngleich die langsame Version von Absolutely Everybody durchaus etwas kecker hätte sein können. Geschenkt. Ihr – wohl an John Miles adressiertes – „Music“ holte die ausverkaufte Olyhalle ab. Vollständig. So geht Music.
Ein Attraktion und schon fast ein musikalischer Tsunami dann das Duett der beiden. Kein geringerer Song als „Lady Marmalade“ gefolgt von „It´s raining Man“ war eine Kampfansage. Die zwei überboten sich im Sekundentakt, warfen Fangnetze aus und holten die Zuschauer von den Rängen. Die Stimmung schwappte über. Was für ein Spektakel. Das macht die NOP so besonders, da gibt es keine Setlist, Song 1,2,3 .. da gibt es eine Show, die es sonst nirgendwo gibt. Love it.
Safri Duo
Rhytmus trifft Herzschlag. Der Puls steigt. Boh. Die Jungs sind zurück auf der Bühne, aber gewaltig. Die dänischen Percussion Pioniere sorgten schon 2005 für Fuore, die hat nichts von ihrer Kraft im Jahre 2025 verloren. Drängend, peitschend, vorwärtstreibend, frenetisch stampfen die zwei „Cinema Time“ und „played Alive ´25“ nach vorne. Keinen hält es auf den Sitzen. Morten Friis und Uffe Savery feierten in der OlyHalle ein grandioses Comeback. Energie und Emotion in reinster Form. Mega.

Michael Schulte
Mit Herz und Haltung präsentierte sich Michael Schulte. Im Gegensatz zur lauten Trommel von Safri Duo ist der Singer-Songwriter eher mit leiseren Tönen wesentlich unaufdringlicher, aber dennoch fein und rein unterwegs. Mal nachdenklich, mal euphorisch, aber immer echt. Seine Deutschlandtour war ausverkauft und so überraschte es nicht, dass er auch die Münchner Halle für sich gewinnen konnte.

M Ugre
Einer, den nicht jeder sofort auf dem Schirm hat, aber einer, der es kann. Der Ultravox Mann, der gesundheitlich ein paar Schläge in der Vergangenheit einstecken musste, ist wieder da. Kraftvoll und charismatisch präsentierte er seine Songs. „Dancing with Tears in my Eyes“ dürfte vielen zu gut bekannt sein, aber auch „Vienna“ und „Breathe“ sorgt – im Zusammenspiel mit dem APO Orchester für Bestnoten und großen Applaus. ER ist und bleibt eine Ikone des Synthpop. Klasse.

Alice Cooper
Der Altmeister. Nun hab ich schon viel gesehen, aber er fehlte mir noch in meiner Sammlung. Mann, was für ein Auftritt. Der „Kerl“ ist 77 Lenze jung und rockt wie zu Seiten von Ilja Richters Disco. Grandios. Gemeinsam mit seiner Frau musste es natürlich Poison und „Schools out“ sein, welches mich fast vom fotografieren abgehalten hätte. Fast. Auch „Only women bleed“ und Might as well be on Mars“ waren phantastische Nummern.

Alice Cooper beherrscht die Bühne, auch die sehr präsente Nita Strauss an der Gitarre holte die Olympiahalle im Federstreich. Stilsicher, spielsicher – Rock ´n Roll ist keine Nostalgie, sondern eine Lebenseinstellung. Vitalität und Energie schwappen ins Publikum … die Shock-Rock-Sound hat seine eigene Note, aber er ist der Knaller.

Wenn mich die Songs nicht in den Bann zogen, so musste ich fotografieren, das Ergebnis spricht für sich. Es fehlt nur noch der Sound zum Bild, beides war klasse.

Fazit
Auch im grande Finale, mit allen Stars und natürlich dem APO, wurde Spielkunst geboten. „Come together“ so der dazu perfekt passende Song, wurde ausgiebig in die Länge gezogen, jeder der Künstler kredenzte sein ComeTogether und gemeinsam sangen alle mit. Was für eine Show, was für ein Fest … es hat gute Tradition, dass bereits am Ende der Show, die Karte für die Show des Jahres darauf sehr begehrt sind, egal, welche Proms es 2026 auf die Bühne schaffen. Es bleibt spannend. Jahr für Jahr. Danke, dass ich ein Teil dessen sein darf.
***(c) udomittendrin. Dez25/jan26***