Delta Moon

Delta Moon mit viel Groove im Magazin4

Die Reichenhaller Saline im Blues Fieber

„A Voice, groove & two slide Guitars“, so lautet das auf einen Satz reduzierte Credo von Tom Gray und Mark Johnson, die sich Delta Moon nennen und seit Ende der neunziger Jahre gemeinsam die Bühnen der Welt bereisen. Der „Groove“ und die zwei „Slide Gitarren“ lassen wir nach dem Konzert in der Alten Saline mal unwidersprochen und mit einem großen Ausrufezeichen so stehen, dass mit der „Voice“, der Stimme, würde ich gern einmal zur Diskussion stellen. Delta Moon, schön häufiger zu Gast in der Alten Saline im Magazin4 haben sich einen kleinen Fankreis erarbeitet und so war es wenig verwunderlich, dass die Wiederholungs-Besucher im Publikum zahlreich waren.

Der Groove ist unbestritten. Tom Gray, sehr cool, schon fast unterkühlt, nimmt Witterung auf, taxiert seine Fans und lässt die Saiten schwingen, wie eine Zither hält er sich die Gitarre vor den Bauch und der Einsatz von Mark Johnson lässt nicht lange auf sich warten.  Einflüsse von Ry Cooder sind spürbar, die ersten Töne lassen „Suzie Q“ erahnen und überhaupt erfasst ein rockiger Blues oder ein dreckig bluesiger Rock´n Roll den Raum. Sehr charismatisch auch der Mann am Bass, Franher Joseph mit Wurzeln aus Haiti. Ihm gebührt wahrhaft der Titel „a voice“, als er im dritten Song rauchig und tief brummend in den Refrain einstimmt. Sehr, sehr groovig und mitreißend. Apropos „mitreißend“: Delta Moon spielen souverän, handwerklich absolut sauber und schnörkellos perfekt. Vor allem Mark Johnson an der Gitarre vermag die Solo-Ausflüge sehr fein und spielerisch zu zelebrieren. 

Das letzte, 2015 veröffentlichte Album Low Down ist gut, aber mir fehlte bei manchem Song „der Durchbruch“, die letzten fünf Prozent, die gemeinhin für die überschwappende Begeisterung verantwortlich sind. Die musikalische Glut glühte wohl, mal warm, mal kurzzeitig hitzig, aber ein rechtes Feuerwerk vermochte Delta Moon in meinen Ohren nicht zu entfachen. Dies mag wohl auch der stimmlichen Präsenz von Tom Gray geschuldet sein: eine „Voice“ (wenn sie schon „beworben“ wird) im ausdrücklichen Sinne klingt charismatischer und berührt die Seele. Tom Gray singt, aber erreichte mich eben nur zu 95% – da geht noch mehr. Diese, zugegebenermaßen anspruchsvoll, hoch gelegte Latte wurde dennoch immer wieder gerissen. Die musikalischen Ausflüge ins Land der Gitarren Solos machten den (für mich zu „dünnen“) Gesang allemal wett. Ein Gast brachte es treffend auf den Punkt:

„Delta Moon spielt sehr gut, aber es fehlt das Besondere, das Einzigartige“. Damit ist dann auch alles gesagt. 

Helmut aus Siegsdorf

Sauberer und grooviger Blues mit stilsicheren Rockelementen, perfekt inszeniert von zwei Könnern auf der Gitarre und einem klangvollen Bassplayer, untermalt von einem unaufdringlichen Drummer: Delta Moon stehen allemal für „groove & two slide guitars“.

*** © Udo Kewitsch, 01.05. / Zeichen 2874, Zeilen 39   ***

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