Tot bist Du perfekt – JP Delaney

Künstliche Intelligenz menschlich verpackt

Der Titel schon mal spannend, der Klappentext vielversprechend. Aber auch der Lesestoff? Bin hin und hergerissen. Versprochen wurde folgendes:

„Du schlägst die Augen auf und etwas stimmt nicht. Du weißt nicht, was dir passiert ist. Du liegst in einem fremden Bett. In einem Krankenhaus. Neben dir steht dein Mann Tim, ein erfolgreicher Unternehmer. Er hat Tränen in den Augen, weil du – seine geliebte, perfekte Frau – am Leben bist. Du denkst, du hättest einen schweren Unfall gehabt. Doch dann sagt Tim: Wir haben jahrelang daran gearbeitet, dass ich dich wiederbekommen konnte …

Du entdeckst dein Leben wie mit fremden Augen. Du ahnst Gefahr, aber du weißt nicht, wo genau sie lauert. Du weißt nur: Du musst wachsam sein. Denn irgendwo in deinem schönen Haus, bei deinen Liebsten liegt der Grund dafür – der Grund, warum du vor Jahren gestorben bist.“

Tim, der Ingenieur, der Mann der Roboter zum Leben erweckt und ihnen scheinbar eine Seele einhaucht. Abbie, die Superfrau, die nach einem Surfausflug nicht mehr zurückkehrt. Der autistische Sohn Danny und ein paar Randfiguren geben dem Roman die Charakter. Auto Delaney gelingt es alle authentisch darzustellen. Die Kapitel wechseln in der Erzählweise und nehmen gegen Ende des Buches nochmal eine – ja vielleicht – seltsame Wendung. Dem Leser sei angeraten normale Denkmodelle und -wege zu verlassen und der Phantasie Raum zu geben. Einerseits bleibt die Story um die verschwundene Abbie stet spannend, andererseits gelingt Delaney aber m.E. der gipfelnde Spannungsbogen nicht zu 100%, manchmal zerfasert die Geschichte ein wenig. Das Abbie in Form eines Roboters zunehmend „selbst lernt“ und schlussendlich auch eigene Handlungen vornimmt, muss man der Fiktion erlauben. Das Tim mit dem Roboter Abbie einerseits seine Abbie wiederfinden will aber andererseits am Ende der Story etwas ganz anderes offenbar wird, ist inhaltlich irgendwie ebenso brillant wie erzählerisch manchmal schwer nachvollziehbar.

Daher fällt es mir schwer, meine anfänglich Begeisterung für dieses ungewöhnliche Buch bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten. Das mag aber vielleicht auch daran liegen, dass der vermittelte Stoff einen Bogen vom Autismus bis hin zu künstlicher Intelligenz zu schlagen versucht, was ja nun ein sehr weites Feld ist.

Fazit

Ein etwas anderer Roman. Roboter mit Seele und Gefühl. Vermisste Ehefrau und besessener Ehemann. Dazu ein autistischer Sohn und bis zum Schluss nicht wirklich klar, was will uns die Geschichte eigentlich erzählen. Wem es geling, die teils surrealen Umstände „wegzudenken“ und sich auf das Rätsel einzulassen, der mag seinen Spaß haben.

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