Erstes Konzert im Traunsteiner Nuts nach 46 Jahren Bandgeschichte
Weit über vier Jahrzehnte spielt Sauerkirsch nun hier im Gau hoch und runter, manchmal macht sich die neunköpfige „Kapelle“ rar, und ab und an zelebrieren sie eine jahrelang gepflegte Tradition, zum Beispiel das Weihnachtskonzert in Feldwies. Eine Premiere, man glaubt es kaum nach 46 Jahren Spielzeit, gab es jedoch gestern im Traunsteiner Nuts.
Martin „Maschtei“ Wilhelm, der Entertainer am Mikrofon ist die Triebfeder der Truppe. Er lässt es krachen, er moderiert, er fabuliert und natürlich singt und spielt er als gebe es kein Morgen. 170 Auftritte im Jahre und jedes Konzert ist Vollgas. Immer an der Kante zum Quatsch, zur Leichtigkeit, es macht ihm sichtbar Spaß, er ist in seinem Element. Die Truppe hinter ihm, oder genauer, um ihn rum – die kleine Bühne im Nuts bietet den acht Mitstreitern knapp Platz, der Sound ist dennoch Top.

Sauerkirsch Klang eben. Dazu trägt die Kapellen-Orchester Akustik bei: drei Bläser (Peter Lechner, Josef Lechner, Franz Pichl) sowie die gute Lead Gitarre von Georg Meier, aber auch Wegbegleiter der ersten Stunde Thomas Gartner (Gitarre), Peter Janotta (Drums), Markus Reiter (Klavier) und Peter Lechner (Tuba, Bass) reihen sich mit dem Erfahrungsschatz der Jahrzehnte nahtlos ein. Sauerkirsch Sound ist guter Sound.
So bleibt eigentlich nicht viel Neues zu berichten. Man sollte aber natürlich nicht verschweigen das jede Musikgattung Berücksichtigung fand: Rock´n Roll vom feinsten zelebriert wurde, der Reggea lebt und Boogie Woogie wahrhaftigen Schwung erfährt. Die bekannten Hits, wie „Mama hat gsogt“, „Solang die Leber lebt“ und natürlich auch „Das gelbe Haus“ einfach Volltreffer waren – das alles ist freilich – für Sauerkirsch Fans hinlänglich bekannt und dennoch auch im sechsundvierzigsten Jahr immer wieder schön. Martin Wilhelm tobte sich aus, er war in seinem Element – die Band spielfreudig wie am ersten Tag. Selbstredend dass ein dankbares Nuts Publikum, dass sich erstaunlich textsicher präsentierte, Zugaben forderte und auch bekam.
Kurzum: Sauerkirsch wirbelt erstmals das Nuts auf – auch wenn es kein volles Haus war – eine herrliche musikalische Sause war es allemal. Über vier Jahrzehnte ungetrübte Spielfreude, ein rundum gelungener Konzertabend mit einer eingespielten Truppe und einem Unterhalter von großem Format. So geht Begeisterung, so geht die musikalische Zeitreise einer Band, die seit 46 (!) Jahren Chiemgauer Musikgeschichte schreibt. Danke dafür.

*** © Udo Kewitsch, 07.03.26
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