Roachford

 Spielfreude pur im Münchner Ampere

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die große Freude bereiten. Manchmal ist es ein kleines Konzert, dass großen Spaß machen kann. Es muss nicht immer das Olympiastadion mit 65.000 johlenden Fans sein. Manchmal ist es auch im Ampere mit 365 begeisterten Zuhörern richtig stimmig.

Man schrieb das Jahr 1995 – das Album „Permanent Shade of Blue“ von Andrew Roachford sorgte  zumindest in einigen Kreisen für große Aufmerksamkeit – leider konnte selbst Marius Müller Westernhagen, der Roachford noch im selben Jahr als Vorprogramm auf die Riesenbühne des Olympiastadions holte, den Höhenflug nicht weiter fördern. So wurde es wieder still um Andrew Roachford, was ihn nicht davon abhielt, seinem musikalischen Glauben weiter zu folgen.

Der Brite mit westindischen Wurzeln prägt mit einer Mischung aus Funk, Soul und Pop einen eigenen, sehr stimmigen Sound. Unaufgeregt, rhythmisch, melodiös und sanft treibend seine Interpretation von „My Generation“ oder sein berühmtes „Lay your love on me“. Es zuckt im Bein, wenn Roachford ansetzt. Und so auch an diesem Abend. Das gemütliche Ampere war schnell in der Nähe des Höhepunktes und hielt voller Lust dieses Gefühl bis zum großen Showdown.

Roachford, der aktuell als Leadsänger bei Mike & the Mechanics engagiert ist, fühlt sich augenscheinlich sehr wohl in den kleinen Clubs. Seine Deutschlandtour ist vielerorten ausverkauft. Permanent sucht er den Dialog, ruft ein lautes „München“ und fügt unausgesprochen ein „ich liebe Euch“ hinterher. Nicht das er unkonzentriert wäre, nein, im Gegenteil, Gitarre, Gesang, Keyboard alle jenem gibt sich der 1965 geborene Andrew mit Leidenschaft hin. Es macht Spaß zuzuhören, zuzusehen. Seine alten Hits grooven ebenso durch den Raum, wie die etwas neueren Nummern aus dem neuen Album „Addictive“.

Auch als Andrew seinen Mannen, Hendrik Smok (Drums), David Levy (Bass) und Stephen Roachford an der Gitarre für einen kurzen Break verlässt, sinkt der hohe Stimmungspegel im Saal nicht ab. Die Jungs haben Spaß, das transferiert sich auf das dankbare Publikum. Die scheinbar private Clubatmosphäre tut ihr übriges dazu.

So mag es nicht verwundern, dass auch diese vermeintlich kleine Konzert, großem Kino gleichkommt und alle Anwesenden das gegebene Versprechen „see you next year in MÜNCHEN“ nur allzu gerne entgegennahmen.

*** © Udo Kewitsch, 10.11.13 / Zeichen 2356 / Zeilen 39 / ***

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